Warum die Zweite die Zweite ist!

Warum die Zweite die Zweite ist!

Es gab `ne Zeit, da war`s soweit,

daß bei der Zweiten lief`s nicht gut, dem Alter zahlte man Tribut.

Im Schnitt, weit über sechzig Jahre, das war wohl nicht mehr ganz das Wahre.

Es nagte stark der Zahn der Zeit, fast logisch war es dann soweit,

daß die alten Knochen muckten, bestimmte Glieder kaum noch zuckten,

andere nur mit Gequäle, paßt auf, was ich Euch jetzt erzähle:

Herr Weinberg, noch am besten drauf, hatte auch nicht mehr den besten Lauf.

Ständig schmerzt ihm seine Hacke, Weinbergs Walter fand es Kacke.

Zudem der Wettkampf macht ihm Frust, auf Meisterschaft hat er kein` Lust.

Nur weil er seine Kumpels mag, kommt er noch hin zum Wettkampftag.

Am Tisch, er glaubt er sei Rastelli, der Opa Horst, unser Kühnelli.

Der hatt` auch schon `nen Schlaganfall und trotzdem haut er überall

auf den Ball wie die Weltelite, doch leider zieht er oft `ne Niete.

Dazu zeigt Hörstchen keine Scheu, vernichtet reichlich Weizenbräu.

Er meint, das wäre sehr gesund, in erster Linie wird er rund.

Selbst Heinrich Fritz, noch rank und schlank, wurde mal so richtig krank.

Nach einem schlimmen Herzinfarkt war der Kerl schon arg verzagt.

Der kleine Ball war oft ihm Schnuppe und Heinz ging hin zur Herzsportgruppe.

Zum Training wollt` er kaum noch geh`n. Er war bald mehr beim Golf zu seh`n.

Pacholczaks Franz, der Kugelblitz, Tischtennisspielen, wohl ein Witz.

Der Kerl, der hatte tausend Sachen, die den Sport unmöglich machen,

Herzinfarkt und Alterszucker, Athrose pur und ständig mucker.

Für ihn kam logisch bald das Aus und lange Zeit das Krankenhaus.

Beim Wilhelm Giesen, man weiß schon, braucht man stets den rechten Ton.

Ganz alleine seine Gicht, ist zumeist es sicher nicht.

Es steht auf einem andren Blatt, was er sonst noch alles hat.

Da wir ihn nur selten seh`n, wir manches nicht so recht versteh`n.

Knut Middendorf, nach langer Pause, fühlte sich bei uns zu hause.

Bei wenig Fleiß, trotz viel Talent, hat Größeres er wohl verpennt.

Dann der Rücken, mal der Arm, machten ihn bald völlig zahm.

So kam es, wie es kommen muß, der Knut, der machte wieder Schluß.

Zuletzt das schlanke Vögelein, paßt in die Krankenliste rein.

Fünfzig Kilo Mehrgewicht, die allein, die waren`s nicht.

Die Schulter noch, dann auch die Hand, er war von Arzt zu Arzt gerannt.

Wie den Kollegen fiel`s ihm schwer, sich zu bewegen, ging kaum mehr.

So war der Invalidentruppe alsbald die Meisterschaft dann Schnuppe.

Wir ham uns sportlich nicht verbogen, es wurde schlicht zurückgezogen.

Ein bischen uns´re Wunden heilen, schon früher in der Kneipe weilen,

wir suchten etwas mehr Distanz. Doch das gelang uns nicht so ganz.

Dreihundert Jahre aktive Zeit, wir waren doch noch nicht bereit,

den and´ren Satz und Sieg zu lassen, wir wollten noch nicht völlig passen.

Beim Bierchen oft so mancher spinnt, daß wir noch längst zu alt nicht sind.

Wir wollten es uns selbst beweisen, wir sind noch frisch, kein altes Eisen.

Zudem, wir doch recht alten Knaben, am Training noch viel Freude haben.

Für alle and´ren ist es klar, zumindest sind die Alten da.

Die kannst Du in der Halle seh´n, und wenn sie in die Kneipe geh`n.

Ohne die wär`s tote Hose, vergessen könnte man die Chause.

Wir bedauerten es sehr, es gäbe TTF nicht mehr.

Also sagten wir uns dann, wir fangen doch noch einmal an.

Für Franz, da war schnell sonnenklar, wir steh`n am Ende oben da.

Wichtig ist, die alten Säcke, bleim zusamm` die ganze Strecke.

Doch bei Fränzchens hohen Zielen, die Frage blieb, als was wir spielen.

So mancher fragt` aus uns´rer Mitte: “Sind wir die Zweite oder Dritte?“

Der Horst hat uns auf Zwei gesetzt, dabei wohl manchen Stolz verletzt.

Die Dritte fühlte sich betrogen, die Zweite hatt` zurückgezogen.

Die Dritte spielte gar nicht schlecht und meinte, es wär nicht gerecht,

daß wir jetzt wieder vor ihr steh´n, daß könnte so nicht wirklich geh`n.

Immerhin mit Sperrvermerk, fühlt Mike sich wie ein Ping-Pong Zwerg.

Diesen hatte Jürgen auch und etwas Ärger wohl im Bauch.

Dazu Pacholczaks Lästereien, die waren oft schwer zu verzeihen.

Es ist zum guten End` gekommen, die Dritte hat es hingenommen,

daß die Zweite Zweite ist. Das war nicht nur ein großer Mist.

Für Locken-Franz fast unschlagbar, standen wir zwar recht gut da.

Der Spitzenplatz ging über`n Deister und Möllen wurde Klassenmeister.

Für uns war da nicht viel mehr drin, wir wurden Dritter, immerhin.

Auch wenn wir längst nicht immer siegen, trotzdem sind wir aufgestiegen.

Für uns`re Dritte, auch nicht schlecht, war wohl ein Mittelplatz ganz recht.

Mit Fug und Recht kann man jetzt sagen, wo wir `ne Klasse höher schlagen,

was vormals war, ist einerlei, jetzt sind wir sicher Nummer Zwei.

                                                                    Text: Gunnar Vogel

Autor: Michael